Beitrag getagt Studiengebühren

Brauchen wir Studiengebühren?

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An der TU Graz, auf der es ausschließlich MINT – Studien (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik) gibt, ist es unsinnig, die Studierendenzahl durch Studiengebühren zu dezimieren.

In den letzten Jahren haben alle Wissenschaftsminister_innen Österreichs darauf hingewiesen, dass es momentan zu wenige Absolvent_innen von MINT-Studien gibt und wie wichtig diese für unsere Gesellschaft sind. Allerdings wurden kaum Aktionen gesetzt, die Studierende dieser Studien unterstützen würden. Im Gegenteil: gestern veröffentlichte der aktuelle Wissenschaftsminister Töchterle ein Gutachten, nachdem ab dem Auslaufen der aktuellen, verfassungswidrigen Studiengebührenregelung Ende Februar 2012 die Universitäten Studiengebühren selbst einheben könnten. Als Alternative bietet er die Wiedereinführung von Studiengebühren für alle Studierenden in der Höhe von bis zu 500€ an.

An einer TU sollte auch der Rektor das Ziel haben, möglichst viele Studierende seiner Universität zu einem Abschluss zu verhelfen? Weit gefehlt! Denn prompt gab der Rektor der TU Graz, Harald Kainz, bekannt, dass er das Ergebnis des Gutachtens begrüße und Studiengebühren in der Höhe von 500€ – 1000€ für angemessen erachte.

Was bedeutet das aber für uns Studierende?
Wie man am Beispiel der Studiengebühreneinführung von 2001 durch Schwarz-Blau gesehen hat, führt eine solche zu drastischer Reduzierung der Studierendenzahlen (2001: -19,8%, was etwa 40.000 Studierende bedeutet). Darunter sind vor allem jene, die sich die zusätzliche finanzielle Belastung nicht leisten können. Unter ihnen finden sich viele angehende Techniker_innen, die in Österreich angeblich so gefragt sind, aufgrund von Studiengebühren ihre Ausbildung aber nicht abschließen können.

Besonders unter diesem Aspekt ist es gesellschaftlich untragbar, an einer Technischen Universität, wie aber auch an allen anderen, die Forderung für Studiengebühren zu stellen. Denn wir brauchen mehr Studierende, nicht weniger!

“Und für Ausländer noch einmal doppelt so hoch.”

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Hans Sünkel, Rektor der TU Graz und seit 2010 Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz, spricht sich in einem Interview, welches vor kurzem in der Printausgabe der Presse erschienen ist,  nicht nur für 4-5 Mal höhere Studiengebühren (!) aus, sondern auch dafür, dass sie für “Ausländer noch einmal doppelt so hoch” sein sollen.

Damit beweist er wieder einmal, was das Ziel der Rektoren (oder nur seines?) zu sein scheint: die Verwandlung der Universitäten von Plätzen der Forschung und Bildung zu elitären Bildungshorten.

Es ist erwiesen, dass Studiengebühren nichts an der Situation der Universitäten geändert haben. Zu argumentieren, dass die jahrzehntelange Verschlechterung der Situation an den Universitäten in den letzten beiden Jahren mit  zum Teil abgeschafften Studiengebühren passiert sein soll, ergibt genau Null Sinn. Sünkel sei peinlich berührt, wenn er KollegInnen aus anderen Ländern sagen müsste, dass in Österreich Studierende “das gesamte Angebot” für max. 2€ pro Tag nutzen könnten. Ich bin peinlich berührt, jemanden wie ihn “Rektorenchef” nennen zu müssen.

Der Schrei nach “einem besseren Stipendienwesen” ist zwar absolut berechtigt, wird jedoch nie so schnell verwirklichbar sein wie die Wiedereinführung der Studiengebühren.

Im Sinne der freien Bildung treten wir weiterhin mit einer starken Stimme solch unsinnigen Forderungen entgegen – Bildung darf kein Privileg “Reicher” sein & muss, im Sinne einer aufgeklärten Gesellschaft, allen zugänglich sein!

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